Zur Erdgeschichte des Vorgebirges rund um Bornheim

Die
Karte zeigt vereinfacht die Schollenstruktur der Niederrheinischen
Bucht. Die Schollen sind Bruchstücke in der
Erdkruste, sind
ständig bis zu mehrerer Millimeter pro Jahr in Bewegung und
stellen deshalb das Gebiet mit der
höchsten
Erdbebentätigkeit Deutschlands dar. Der Vorgebirge selbst
erstreckt entlang der Ostkante des Villerückens
bzw.
Villehorstes
Bild
aus: Kreis
Viersen
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Vorwort In meiner Studentenzeit war das Thema Heimatkunde schon eines, das mir sehr am Herzen lag. Dementsprechend war ich damals im Bornheimer Heimat- und Eifelverein aktiv und hatte mit den Herren Jakob Claren, Albert Breuer und Dr. Horst Bursch Gleichgesinnte gefunden, die in der Zeit ein starkes Team darstellten und den Vereinsmitgliedern im Besonderen und den Borheimern im Allgemeinen heimatkundlich regelmäßig etwas zu bieten hatten. Dazu gehörte unter anderem die Herausgabe der Schriftenreihe Bornheimer Beiträge zur Heimatkunde. Wir gaben uns mit besonders viel Mühe damit: Einerseits sollte sie wissenschaftlichen Qualitäts-Ansprüchen gerecht werden aber auch von interessierten Laien verstanden werden können. Heimatkunde sollte für uns nie eine Sache für studierte Eliten sein, sondern für jedermann zugänglich, weil schon das Wissen darum die Lebensqualität bereichern konnte. Die Autoren waren u.a. so namhafte Heimatkundler wie Dr. Horst Bursch, der damalige Kreisarchivar Dr. Heinz Döpgen. Heft 1 erschien im Herbst 1984 mit einer Auflage von 900 Exemplaren, von denen – um den wissenschaftlichen Forschungsansprüchen zu entsprechen - ca. 50 Exemplare an die Bibliotheken der deutschen Hochschulen mit den einschlägigen Fachgebieten kostenlos verschickt wurden. Die verbleibenden Exemplate waren nach zwei Wochen schon vollständig vergriffen. Die mir zur Verfügung gestellten fünf Freiexemplare hatte ich an interessierte Freunde vergeben und das einzige mir verbliebene habe ich nun ausgegraben und von meinem damaligen Aufsatz eine Ablichtung im PDF-Format erstellt, die unter den nachfolgenden Links heruntergeladen werden kann. Neuauflage im PDF-Format
Die Seiten der Schriftenreihe wurden damals aus
Ersparnisgründen nicht von der Druckerei professionell in
Textblöcken gesetzt. Textverabeitungsprogramme für
Personalcomputer steckten noch in den Anfangsschuhen und waren
für Ottonormalverbraucher obsolet. Deshalb wurden als
Vorlagen für den Offset-Druck von unserem Schriftleiter Dr.
Bursch mit der Schreibmaschine erstellte Seiten verwendet. Der
hatte sich dabei sehr viel Mühe gemacht, durch ein manuelles
ausmessen über mehr oder weniger große Abstände
zwischen den Worten einen Blocksatz hinzubekommen. Mitunter
musste aber auch schon mal auf Leerzeichen zwischen
Interpunktionen ganz verzichtet werden. Heute mag dieses beim
Lesen etwas merkwürdig erscheinen, 1984 erschien es uns als
besonderes Qualitätsmerkmal, auf das wir stolz waren. Die im Aufsatz zu findenden Fotos waren im Druckstück schon nicht optimal und die Erstellung des herunterladbaren PDF-Dokumentes im Rahmen eines nicht zu großen Dateiformates, machte die Fotos im Druckstück noch schlechter. Dennoch, wer ihn will, findet nachfolgend den Link den Aufsatz von 1984. Nach einigen Überlegungen kam ich dann zu dem Entschluss, den Aufsatz sprachlich und inhaltlich zu überarbeiten, mit weiteren Fotos zu versehen, die den textlich schon etwas anspruchsvolleren Inhalt verständlicher erscheinen lassen. Die Darstellung des Aufsatzes erfolgt im PDF-Format und damit der Möglichkeit, diesen leicht herunterladen und anderweitig speichern oder gar auch ausdrucken zu können.
Hier
nun zur überarbeiteten Version von 2026 (PDF, 6,6
MB)
Der Aufsatz
lässt sich besser verstehen, wenn die darin enthaltene
Tabelle mit den Geo-Zeiten und Ereignissen rund um Bornheim bei
der Lektüre daneben gelegt wird. Nachfolgend der
Ergänzender
Hinweis
Die miozönen
und auch die aus dem noch älteren und deshalb tiefer
liegenden oligozänen Tonschichten finden sich auf etwa dem
gleichen Höhenniveau entlang des gesamten Vorgebirges bzw.
der Ville. In früheren Zeiten wurde dieser Ton zum Töpfern
abgebaut. Heute weisen noch alte Straßennamen auf die
Dorfstraßen hin. Im Mittelhochdeutschen bezeichnet der Name
Uhl oder
auch Ule
einen Topf. In Bonn-Lengsdorf
wurde früher in der am Vorgebirgshang liegenden Uhlstraße
getöpfert. Weiter nördlich finden sich in
Alfter-Witterschlick und -Vollmershoven auch heute noch
Töpfereien, die ihren Ton allerdings sich anliefern lassen.
In Brenig wurde in der oberen Breitestraße getöpfert
und auf gleichem Höhenniveau in dem immer noch alleine
stehenden Haus im Rankenberg, unterhalb des Bisdorfer Wegs. In
Borheim-Kardorf wurde in der Uhlgasse getöpfert und in Brühl
gab es eine eigene Töpferkultur, die mit ihren
„Bartmann-Krügen“ zu einem eigenen Begriff
wurden.
Indessen lagen die
älteren oligozänen Tonschichten tiefer
und damit auch die Quellhorizonte: In Brenig floss der Mühlenbach
auf dieser Tonschicht durchs „Loch“ (tieferliegender
Ortsteil von Brenig) in Richtung Bornheim.
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Nachfolgend die schon historischen Fotos und die Bildunterschriften aus dem Aufsatz von 1984 Die 1984 entstandenen Fotos zeigen inzwischen schon historische Ansichten von der Quarzgrube in Botzdorf, die sich seit den 1990er Jahren dank des Einsatzes von LSV, NABU, BUND und Heimat und Eifelverein wieder in einem Renaturieungsprozess befinden. Die in den Fotos zu sehenden Aufschlüsse sind deshalb inzwischen wieder zugewachsen. Am vom LSV und THW oberhalb von Botzdorf errichteten LSV-Aussichtsturm „Fitzeks Weitsicht“ findet sich in Ausstellungsschränken dargestellt und wunderbar erklärt, welche Gesteinsarten in welcher Tiefe und aus welchem geologischen Zeitalter am Vorgebirgshang zu finden sind und wie sie aussehen. ![]() Abb.
2: Oligozäner Quarzsand im Maibroich unmittelbar
unter dem Löß anstehend. Die damals darüber
lagernden Schichten wurden während der Eiszeiten vom Rhein
wieder abgetragen. Den jüngsten Aufschluß besorgte ein
sommerlicher Gewitterregen. ![]() Abb.
3: „Kölner Schichten“ aus dem Miozän
in der Botzdorfer Kiesgrube. Die wechselnden Schichtenabfolge von
dunkler Braunkohle und hellgrauem Ton ist klar zu
erkennen. ![]() Abb.
4: Die Botzdorfer Kiesgrube bietet aus dieser Perspektive
einen tiefen Einblick in die Geschichte der Landschaft um
Bornheim: a) Kiesablagerungen aus dem Quartär; b) Braunkohle
und Tonablagerungen aus dem Miozän (Kölner Schichten);
c) Quarzitsand aus dem Oberoligozän. Ablagerungen aus dem
Pliozän fehlen. ![]() Abb. 5: Kölner Schichten am Botzdorfer Weg, gegenüber Haus Nr. 23. zum Zeitpunkt der Aufnahme war der Aufschluss infolge eines Gewitterregens wieder mit einer Schmutzschicht überzogen; dennoch ist in der Mitte die typische Abfolge von hellem Ton und dunkler Braunkohle zu erkennen. ![]() Abb.
10: Driftblöcke aus Quarzit zwischen Stationenweg und
Hohlenberg (vor Stationenweg Nr. 15). ![]() Abb.
15: Bodenerosion am Vorgebirgshang. Allein auf dem im
Vordergrund abgebildeten Acker dürften trotz der nur
geringen Hangneigung nach einem starken Gewitterregen im Mai 1984
einige Kubikmeter „Mutterboden“ hangabwärts
transportiert worden sein.
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